Vorderes Schienbeinkanten-Syndrom

Tibialis-Anterior-Syndrom

Nach der kalten Winterzeit will Bernd nun wieder mit dem Lauftraining beginnen. Voller Elan schnappt er die alten Laufschuhe und läuft eine große Runde durch den Park. Nach etwa einem Monat intensiven Trainings stellen sich zu Beginn des Trainings ziehende Schmerzen an der Vorderseite des Unterschenkels ein. Über der Freude am Laufen vergisst Bernd die Schmerzen, doch spätestens nach dem Duschen sind sie zurück. Humpelnd sucht er einen Orthopäden auf. Dieser erkennt in Bernds Beschreibungen und dem Schmerz beim Heben der Zehen eindeutig das vordere Schienbeinkantensyndrom wieder!

Symptome

  • Schmerzen an der vorderen Kante des Schienbeins: An der vorderen Kante des Schienbeins entspringen die Fuß-und Zehenheber. Bei Überlastung dieser Muskulatur entsteht dort eine sehr schmerzhafte Reizung der Knochenhaut.
  • Schmerzen zu Beginn der Bewegung: Nach längerem Liegen oder Sitzen muss sich die entzündete Knochenhaut zunächst wieder an die Belastung gewöhnen. Der Schmerz lässt sich "durchlaufen" und vergeht nach einiger Zeit.
  • Schmerzen nach Belastungsende: Während der Bewegung wird die entzündete Knochenhaut bei jedem Schritt gereizt. In den Trainingspausen äußert sich diese vermehrte Reizung als Schmerz.
  • Außenseite des Schienbeins ist druckempfindlich: Druck auf die äußere Seite des Schienbeins ist bei einem vorderen Schienbeinkantensyndrom sehr unangenehm. Die Stelle kann außerdem gerötet und geschwolllen sein ?typische Symptome einer Entzündung.
  • Schmerzen, wenn Zehen zur Nasenspitze gezogen werden: Die Muskeln, die diese Bewegung ausführen, entspringen an der Knochenhaut über dem Schienbein. Bei Überlastung kommt es zu Schmerzen.

Ursachen

  • Starke Umfangssteigerungen: Das vordere Schienbeinkantensyndrom ist ein häufiges Anfängerproblem. Lassen Sie sich dennoch nicht entmutigen! Sie sind auf dem richtigen Weg.
  • Harter Untergrund: Harte Untergründe führen automatisch zu einer höheren Stoßbelastung für ihren passiven Bewegungsapparat. Dazu zählt natürlich auch die Schienbeinkante, sie kann hierdurch übermäßig beansprucht werden.
  • Ausgetretene Laufschuhe: Ausgeleierte Laufschuhe bieten nicht mehr den nötigen Halt, Flexibilität und Schutz. So kann Ihr Lieblingspaar Ihnen eventuell sogar schaden.
  • Kräfteungleichgewicht: Ein muskuläres Ungleichgewicht der Unterschenkelmuskulatur führt zu Überlastungsschäden am Ursprung der stärkeren Muskulatur.
  • Senk-Spreizfuß: Schwielen unter dem 2. und 3. Mittelfußköpfchens des Vorfußes und unter die Innenseite Ihrer Füße passt kein Gummibärchen mehr? Dann haben Sie einen Senk-Spreizfuß, der Grund Ihrer Beschwerden.
  • Lauftechnikfehler: Das übermäßige Anheben der Zehenspitze vor dem Fußaufsatz löst ihre Schmerzen aus.

Diagnostik

Die Diagnose des vorderen Schienbeinkantensyndroms ergibt sich aus dem Gespräch mit dem Patienten und dem körperlichen Untersuchungsbefund. Der Druckschmerz an der vorderen Schienbeinkante ist sehr charakteristisch für den Überlastungsschaden. Technische Untersuchungen wie die Röntgenaufnahme oder eine Kernspintomographie helfen lediglich, die in aller Regele funktionellen Beschwerden von einer Stressfraktur abzugrenzen. Üblicherweise sind diese Untersuchungen bei klassischen, laufsportabhängigen Beschwerden nicht erforderlich. Wegweisend ist hingegen die 2D-Videoanalyse, um einen exzessiven Fersenaufsatz mit exzentrischer Belastung der vorderen Schienbeinmuskulatur auszuschließen. Die elektronische Fußdruckmessung ist erforderlich, um einen Senkfuß sicher zu erkennen, der ebenfalls solche Beschwerden auslösen kann.

Therapie

  • Verbesserung der Lauftechnik: Optimieren Sie Ihre Lauftechnik hin zu einem natürlichem, effizientem und verletzungsfreiem Stil. mehr
  • korrekte Einlagen- und Schuhversorgung: Lassen Sie sich von einem Bewegungsanalysten beraten ob Ihre Lauftechnik eventuell für die Beschwerden verantwortlich ist und was Sie dagegen tun können. Er gibt Ihnen auch Anweisungen zu einer korrrekten Einlagenversorgung, Training der Fußmuskulatur und Laufstiloptimierung. mehr
  • Moderate Umfangssteigerung: Pausieren Sie zunächst einmal um die Reizung der Schienbeinkante verschwinden zu lassen und trainieren Sie dann an Hand einer unserer sportmedizinisch geprüften Trainingspläne moderat auf das Ziel hin. So schaffen Sie es schmerzfrei und mit neuer Bestzeit! mehr

Training

  • Barfußtraining: Absolvieren Sie regelmäßig kurze Barfußläufe auf weichen Untergründen um Ihre Fußmuskulatur gezielt zu stärken. Dies wird Ihr erschlafftes Quergewölbe wieder aufrichten. Nutzen Sie hierfür am besten die FootPerformance-Pläne von Dr. Marquardt.
  • Übungen auf dem Balance-Pad: Trainieren Sie Ihre Koordination und Fußmuskulatur auf dem MARQUARDT RUNNING-Stabipad. Dies wird Ihnen helfen die lästigen Schienbeinkanten-Beschwerden los zu werden. mehr
  • Weicher Untergrund: Versuchen Sie während Ihres Trainings bewusst auch auf unterschiedlichen Belägen zu laufen. Läufe auf Waldboden sind sicherlich am ungefährlichsten, allerdings bieten gelegentliche Asphalt- oder Querfeldeinläufe eine tolle Herausforderung für Ihre gesamte Stabilität! So sind Ihre Muskeln immer auf alle Beläge vorbereitet!

Equipment

  • MARQUARDT RUNNING-Stabitrainer: Trainieren Sie ihre muskuläre Koordination und gleichzeitig ihre Fußmuskulatur um ihren Beschwerden effizient entgegen zu wirken. Am besten geht dies mit unserem Balance-Pad.
  • Fußtrainer: Damit Sie ihre wöchentlichen Barfußrunden auch bei kalten und/oder nassen Bedingungen absolvieren können, besorgen Sie sich den MARQUARDT RUNNING-Fußtrainer.

Das gesamte benötigte Equipment zur erfolgreichen Behandlung Ihrer Verletzungsbeschwerden erhalten Sie im MARQUARDT RUNNING-Shop.

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