Dr. Matthias Marquardt - Tractus-Syndrom
Endlich schmerzfrei
beim Läuferknie.

Läuferknie: Tractus-Syndrom

Iliotibiales Bandsyndrom

Als Fußballer wusste Tim genau, dass er seine Ausdauer am besten durch Laufen trainieren würde. Um gut vorbereitet in die nächste Saison zu starten, lief er seit einigen Wochen oft und lang. Dabei bemerkte er immer deutlicher, dass nach ungefähr einer Stunde lockeren Laufens stechende Schmerzen an der Außenseite des Knies auftraten. Heute musste er an dieser Stelle sogar abbrechen, denn die Schmerzen ließen keinen weiteren Schritt zu. Diese Symptomatik beschreibt ein typisches Runner's Knee!

Dr. Matthias Marquardt - Verletzung - Läuferknie


Symptome

Tractus-Syndrom

  • Schmerzen an der Außenkante des Knies: Der Tractus iliotibialis verläuft an der Außenseite des Oberschenkels vom Becken bis zum Schienbein. In ihrem Verlauf überwindet diese Sehnen-Platte den äußeren Oberschenkelknochen. Hier kommt es beim Runner's Knee zu schmerzenden Reizzuständen.
  • Außenseite des Knies ist druckschmerzhaft: In den Tractus iliotibialis strahlen zwei wichtige Muskeln der Laufbewegung ein. Aus diesem Grund wird er bei jedem Schritt über den seitlichen Oberschenkelknorren geführt. Diese Bewegung reizt das umliegende Gewebe. Es wird druckschmerzhaft.
  • Stechende Schmerzen: Während der Laufbewegung muss der Tractus iliotibialis eine Vorwölbung am unteren Teil des Oberschenkelknochens überwinden. Durch die anhaltende Reizung schmerzt dieser Punkt in der Nähe des Knies.
  • Schmerzen ab bestimmter zurückgelegter Distanz: Der Schmerz tritt typischerweise erst ab einer gewissen Distanz auf. Vorher toleriert der Körper das ständige Schaben der Sehnen-Platte am Oberschenkelknochen. Danach beginnt der Schmerz, der nur durch Belastungsabbruch gemindert werden kann.


Ursachen

Tractus-Syndrom

  • O-Beinstellung: Der Tractus iliotibialis verläuft an der Außenseite des Oberschenkels vom Becken bis zum Schienbein. Bei einer O-förmigen Beinstellung steht das gesamte Gewebe an der Außenseite der Beine unter erhöhter Spannung. Das ist der Grund für die höhere Reizanfälligkeit.
  • Verkürzung des Schenkelbindenspanners: Neben dem großen Gesäßmuskel strahlt auch der Schenkelbindenspanner direkt in den Tractus iliotibialis ein. Ist dieser Muskel verkürzt, steht auch die Sehnenplatte unter erhöhtem Zug.
  • Überpronation des Fußes: Übermäßiges Einknicken des Fußes während der Laufbewegung führt durch das Zusammenspiel von Fuß-und Beinmuskulatur zu einem erhöhten Zug auf den Ansatz des Tractus iliotibialis am Schienbein. Schmerzende Reizzustände sind die Folge.
  • Läufe auf unebenem Grund: Ungewohnter Untergrund erfordert immer eine hohe reaktive Anpassungsfähigkeit der gesamten stabilisierenden Muskulatur. Bei Untrainierten kommt es dabei häufig zu Überdehnunungen oder zu Reizzuständen.
  • Schwache Beckenstabilisatoren: Beim Laufen kippt die Spielbeinseite um 0°-3° aus der Waagerechten nach unten ab. Geht der Winkel darüber hinaus, ist dies auf eine Schwäche der Beckenmuskulatur zurückzuführen und löst beispielsweise ein ITBS aus.


Diagnostik

Tractus-Syndrom

Die Diagnose des Tractus iliotibialis-Syndroms ergibt sich aus dem Gespräch mit dem Patienten und dem körperlichen Untersuchungsgbefund. Entscheidend ist der Schmerz an der Kniegelenksaußenseite. Technische Untersuchungen wie die Röntgenaufnahme oder eine Kernspintomographie helfen lediglich, die funktionellen Beschwerden von ernsthaften krankhaften Veränderungen abzugrenzen. Eine Ultraschalluntersuchung kann eine Schleimbeutelreizung im Verlauf des Tractus iliotibialis zeigen. Üblicherweise sind diese Untersuchungen bei klassischen, laufsportabhängigen Beschwerden nicht erforderlich. Wegweisend ist hingegen die 2D-Videoanalyse, um eine sitzende Laufhaltung und eine X-Beinstellung zu erkennen. Beide führen zu einer Mehrbelastung des Kniegelenks und sind wegweisend für die optimale Therapie.



Therapie

Tractus-Syndrom

  • Verbesserung der Lauftechnik: Optimieren Sie Ihre Lauftechnik hin zu einem natürlichem, effizientem und verletzungsfreiem Stil. mehr
  • Lauftechnik-Fehler: Lassen Sie sich von einem Bewegungsanalysten beraten ob Ihre Lauftechnik eventuell für die Beschwerden verantwortlich ist und was Sie dagegen tun können. Er gibt Ihnen auch Anweisungen zu einer korrrekten Einlagenversorgung, Training der Fußmuskulatur und Laufstiloptimierung. mehr
  • Verkürzung des Schenkelbindenspanners: Lassen Sie diese Verkürzung von einem Physiotherapeuten dehnen.


Training

Tractus-Syndrom

  • Barfußtraining: Absolvieren Sie regelmäßig kurze Barfußläufe auf weichen Untergründen um Ihre Fußmuskulatur gezielt zu stärken. Dies wird Ihr erschlafftes Quergewölbe wieder aufrichten. Nutzen Sie hierfür am besten die FootPerformance-Pläne von Dr. Marquardt.
  • Übungen auf dem Balance-Pad: Trainieren Sie Ihre Koordination und Fußmuskulatur auf dem MARQUARDT RUNNING-Stabipad. Dies wird Ihnen helfen die lästigen Verletzungsbeschwerden los zu werden. mehr